Begleitung für Pflegefamilien

… ist eine Hilfeform, die sich an die beteiligten Familien eines Pflegeverhältnisses richtet. Die Weggabe eines Kindes aus seiner Herkunftsfamilie einerseits und die Aufnahme des Kindes in eine Pflegefamilie andererseits erfordert von beiden Familiensystemen und dem Kind eine einschneidende Neuorientierung. Im Verlaufe eines Pflegeverhältnisses sind von beiden Familien sowohl Entwicklungskrisen des Kindes, als auch Kooperationsaufgaben zu bewältigen. Die Pflegestellenbegleitung bietet hierbei Unterstützung und Beratung.

Bei welchem Unterstützungsbedarf ist eine Pflegestellenbegleitung vorstellbar?


Pflegestellenbegleitung ist hilfreich z.B.

  • in der Anfangsphase eines Pflegeverhältnisses
  • in einzelnen Krisensituationen mit dem aufgenommenen Kind
  • bei Erziehungsfragen
  • wenn das Kind einen Ansprechpartner außerhalb der beiden Familien braucht
  • wenn sich Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit zwischen der Herkunfts- und der Pflegefamilie ergeben
  • zur Vorbereitung und Begleitung der Rückführung des Pflegekindes in die eigene Familie

Wie sieht die Unterstützung konkret aus?

Zu Beginn der Hilfe und danach halbjährlich findet ein gemeinsames Hilfeplangespräch statt, in dem die Ziele der Hilfe, die Beratungshäufigkeit und die Kooperationsaufgaben der beiden Familien besprochen werden. Innerhalb des vereinbarten Rahmens kann die Häufigkeit der Beratungsgespräche dem Bedarf der Familien angepasst werden. Je nach Bedarf finden die Beratungsgespräche in unterschiedlichen Konstellationen statt - z.B. mit den Pflegeeltern allein oder mit der gesamten Pflegefamilie, mit den Herkunftseltern des Kindes oder mit den Herkunfts- und Pflegeeltern des Kindes gemeinsam, Einzelgespräche mit dem Pflegekind oder Gespräche mit Pflegekind und den Pflegeeltern gemeinsam. Die Pflegestellenbegleitung kann von allen Beteiligten beendet werden, wenn die angestrebten Ziele erreicht wurden oder die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr gegeben ist.

Die Mitarbeiter/innen in der Pflegestellenbegleitung sind kompetente und berufserfahrene Fachkräfte aus der Sozialen Arbeit, die über eine systemische Zusatzausbildung verfügen und teilweise eigene Erfahrungen als Pflegeeltern haben. Der Oberlin e.V. unterstützt die Fachkräfte bei ihren Aufgaben durch Fachberatung und den Austausch im Team.

Was erwarten wir von Ihnen?

Grundlegende Voraussetzung für die Pflegestellenbegleitung ist das Einverständnis der Familien und ihre Bereitschaft an den vereinbarten Aufgaben mit zu arbeiten und aktiv an der Entwicklung von Lösungen für Krisensituationen mit dem Kind und Kooperationsproblemen zwischen den Familien mitzuwirken.

Welche Rolle hat das Jugendamt?

Sind Sie Eltern eines Pflegekindes oder sind Sie selbst Pflegeeltern und haben Bedarf an Unterstützung und Beratung für Angelegenheiten bezüglich Ihres Kindes/Pflegekindes, wenden Sie sich an das zuständige Jugendamt. Dort werden Sie beraten und es wird geprüft, ob in Ihrem Fall die Voraussetzungen für den Einsatz einer Pflegestellenbegleitung vorliegen.

Ziele und Methoden

Die Pflegestellenbegleitung ist ein Unterstützungsangebot für Pflegefamilien, Pflegekinder und deren leiblichen Eltern. Sie bietet Hilfestellung während besonders sensibler Phasen eines Pflegeverhältnisses - wie deren Beginn oder deren Beendigung. Sie bietet Beratung bei Erziehungsfragen und Unterstützung in Krisensituationen. Dabei wird mit sozialpädagogischen, systemischen, gesprächstherapeutischen und spielpädagogischen Methoden gearbeitet.


Wollen Sie mehr zu diesem Angebot erfahren?

Ansprechpartnerin: Opens window for sending emailManuela Klein-Reiber    Tel. 0731 - 850 74 720