Leben mit zwei Familien ...

... auch Erziehungsstellen genannt, bieten einen Lebensrahmen für Kinder und Jugendliche, die nicht in ihrer eigenen Familie leben können.

Sie bieten Orientierung an den normalen Lebensbedingungen einer Familie und sind für junge Menschen eine Lebensgemeinschaft auf Zeit. Die Erziehungsstellen erfüllen einen professionellen Erziehungsauftrag.

Bei welchem Unterstützungsbedarf ist die Aufnahme in eine Erziehungsstelle vorstellbar?


Erziehungsstellen eignen sich für Kinder und Jugendliche

  • die eine schwierige, sie in ihrer Entwicklung hemmende oder belastende Struktur in ihrer Herkunftsfamilie haben
  • die aufgrund ihrer negativen Vorerfahrungen und Sozialisation dringend ein überschaubares und emotional verbindliches Beziehungsangebot benötigen
  • die eine gezielte Förderung in ihren alltäglichen Belangen durch eine kontinuierlich verfügbare, qualifizierte Bezugsperson brauchen
  • mit (drohender) seelischer Behinderung gem. §35a SGB VIII

Wie sieht die Unterstützung konkret aus?

Kinder und Jugendliche mit entsprechendem Unterstützungsbedarf werden in eine Erziehungsstellenfamilie aufgenommen und können hier leben, bis eine Rückführung in die eigene Herkunftsfamilie oder eine Ablösung in die Selbständigkeit möglich ist.

Grundlage für den Umgang mit den Kindern und Jugendlichen ist der Aufbau einer tragfähigen, belastbaren und stabilen Beziehung zwischen den Familienmitgliedern der Erziehungsstelle und dem aufgenommenen jungen Menschen. Der junge Mensch erhält Förderung und Unterstützung in allen für seine Entwicklung wichtigen Belangen. Darüber hinaus unterstützt die Erziehungsstelle die positive Gestaltung seiner Beziehungen zu seiner Herkunftsfamilie

Mindestens ein Erziehungsstellen-Elternteil ist eine kompetente und berufserfahrene sozialpädagogische Fachkraft. Diese Fachkraft ist entweder im Rahmen einer Anstellung oder im Rahmen einer schriftlichen Vereinbarung als Pflegefamilie mit dem Oberlin e.V. verbunden. Sie wird von Seiten des Oberlin e.V. bei ihrer Aufgabe durch regelmäßige Fachberatung und den Austausch im Team unterstützt und begleitet.

Welche Rolle hat die Herkunftsfamilie?

Kinder in Erziehungsstellen sind Kinder mit zwei Familien. Die bestehenden Beziehungen und Bindungen an die Herkunftsfamilie sollen erhalten werden. Die Herkunftsfamilie wird soweit möglich und dem Wohl des Kindes zuträglich in den Erziehungsprozess einbezogen. Grundlegend für die positive Entwicklung eines Kindes in der Erziehungsstelle ist die gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung beider Familien.

Welche Rolle hat das Jugendamt?

Familien, die Unterstützungsbedarf bei der Erziehung ihrer Kinder haben, wenden sich an das Jugendamt. Dort werden Sie beraten und es wird geprüft, welche Hilfe die geeignete ist. Nur wenn innerhalb der Familie keine geeigneten Hilfen mehr möglich sind, wird eine Aufnahme des Kindes in eine Erziehungsstelle geprüft. Erst nachdem die Genehmigung des Jugendamtes und auch die Zustimmung der Sorgeberechtigten vorliegt, kann eine Aufnahme in eine Erziehungsstelle erfolgen.

Ziele und Methoden

Kinder in Erziehungsstellen werden entsprechend ihrer Bedürfnisse versorgt und aufgefangen. Ihre Fähigkeiten werden gepflegt gefördert. Sie erfahren in der Erziehungsstelle emotionalen Halt und Beziehungs- und Bindungsangebote.

Positive Verstärkung, Wertschätzung und Empathie ermöglichen den Kindern, ein positives Bild von sich selbst zu bekommen. Klare Regeln, Konsequenz und Beständigkeit bieten den Kindern einen förderlichen Rahmen für ihre Entwicklung und der respektvolle Umgang aller Familienmitglieder in der Erziehungsstelle fördert den Aufbau sozialer Kompetenzen.

 


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Ansprechpartnerin: Opens window for sending emailManuela Klein-Reiber    Tel. 0731 - 850 74 720

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