Erziehungsbeistandschaft

... ist ein am jungen Menschen orientiertes aufsuchendes Beratungs- und Unterstützungsangebot unter Erhaltung des Lebensbezuges zur Familie und der Einbeziehung des sozialen Umfeldes.

Mit einem flexiblen, bedarfsorientierten Betreuungsansatz ist die Erziehungsbeistandschaft zunächst auf den jungen Menschen ausgerichtet. Über Familienberatungen und elternunterstützende Angebote bezieht sie das familiäre Umfeld mit ein und leistet darüber hinaus freizeitpädagogische Arbeit.

Bei welchem Unterstützungsbedarf wäre Erziehungsbeistandschaft vorstellbar?


Wenn zum Beispiel

  • der junge Mensch einen Unterstützungsbedarf im Alltag und bei lebenspraktischen Aufgaben hat (Verselbstständigung)
  • eine Begleitung und Beratung bei der Bewältigung von Krisen- und Konfliktsituationen hilfreich ist
  • die Unterstützung von sozialem, altersgemäßen und eigenverantwortlichem Verhalten gewünscht wird
  • der Aufbau von angemessenen Beziehungen zu anderen Menschen erstrebt wird (Familie, Freunde, Clique, Nachbarschaft)
  • ein besseres Miteinander in der Familie angestrebt wird
  • eine Unterstützung in schulischen und beruflichen Angelegenheiten gewünscht wird

Wie sieht die Unterstützung konkret aus?

Der Erziehungsbeistand sucht den jungen Menschen regelmäßig  ein- bis dreimal in der Woche auf. Die Zeiten werden in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Jugendamt, der Mitarbeiter/in, dem jungen Menschen und den Eltern in einem Hilfeplan festgelegt. In diesem Kreis werden auch die Ziele, die sich mit der Hilfe verbinden besprochen. Solche Hilfeplangespräche finden dann in der Regel zweimal im Jahr statt. Wobei sich Ziele und Zeiten in diesen Gesprächen auch verändern können. Der Einsatz ist meist auf ein bis zwei Jahre begrenzt, kann aber je nach Bedarf auch länger oder kürzer sein. Die Erziehungsbeistandschaft kann von allen Beteiligten beendet werden, wenn die angestrebten Ziele erreicht wurden oder die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr gegeben ist.

 

Die Mitarbeiter/innen in der Erziehungsbeistandschaft sind kompetente und berufserfahrene Fachkräfte aus der Sozialen Arbeit. Von Seiten des Hauses werden sie bei ihrer Aufgabe durch Teamsitzungen und Fachberatung begleitet.

Was erwarten wir von Ihnen?

Grundlegende Voraussetzung für die Erziehungsbeistandschaft ist das Einverständnis des jungen Menschen und der Familie und die Bereitschaft, miteinander an den vereinbarten persönlichen und gegebenenfalls familiären Aufgaben zu arbeiten, aktiv an der Entwicklung neuer Lebensperspektiven mitzuwirken sowie Verantwortung für den eigenen Lebensbereich zu übernehmen. Das bedeutet: Die Mitarbeit aller Beteiligten ist für den Erfolg der Unterstützung wichtig.

Welche Rolle hat das Jugendamt?

Wenn Sie Unterstützungsbedarf haben, ist der erste Weg der zum Jugendamt. Dort werden Sie beraten und es wird geprüft, ob in Ihrem Fall die Voraussetzungen bestehen, die den Einsatz eines Erziehungsbeistandes erfordern. Erst nachdem die Genehmigung des Jugendamtes vorliegt, kann die Hilfe beginnen.

Ziele und Methoden

Die Bearbeitung der vereinbarten Aufgaben zum Erreichen der Ziele erfolgt methodisch im Rahmen der sozialen Einzelfallhilfe und der Familienberatung. Sie ist eine aufsuchende und nachgehende Arbeit. Die Alltagsbewältigung und Alltagsgestaltung sind zentrale Merkmale der Hilfe.